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| Landschaftsstrukturen |
| – Number of Patches |
| – Class Area |
| – Mean Patch Size |
| – Edge Density |
| – AWMSI |
| – AWMPFD |
| Fazit und Outlook |
| Quellenverzeichnis |
Die Quantifizierung von Landschaftsstrukturen kann mittels sog. Landschaftsstrukturmaße (LSM) vorgenommen werden. Landschaftsstrukturmaße sind Parameter, die sich aus der Form und Größe der digitalisierten und klassifizierten Polygone errechnen lassen. Unter Vorbehalt möglichst vergleichbarer Datensätze lassen sie so einen Rückschluss auf die Entwicklung der Landschaftsnutzung zwischen den hier betrachteten Zeitschnitten (1788, 1888 und 2017) zu. Im Gegensatz zu subjektiven Eindrücken der Kartenbetrachtung sind sie reproduzierbar.
Die Berechnung der Landschaftsstrukturmaße wurde mit der Erweiterung “Patch Analyst” für ArcMap auf Grundlage der in (2) und (3) beschriebenen polygonalen Landnutzungsdaten vorgenommen. Die Raster-Daten aus der Klassifikation wurden nicht in den Vergleich miteinbezogen.
Fazit und OutlookDas gesamthafte Landschaftsbild unterlag in den letzten 250 Jahren einem massiven Transformationsprozess. Anhand der quantitativen Auswertung der Landschaftsstrukturmaße ist vor allem der Rückgang der Moorfläche um über 95% als extrem kritisch zu betrachten. Moore sind ein Hotspot für Biodiversität und zusätzlich in der Lage, große Mengen klimaschädlicher Gase wie CO2 zu binden. Weiterhin bieten sie in der sehr ebenen Landschaft ein großes Potential für den Hochwasserschutz. In Zeiten von Artenschwund, anthropogenem Klimawandel und Luftverschmutzung sind solche Ausgleichsflächen eigentlich wichtiger denn je. Dennoch macht die Wohlstandsentwicklung auf Basis der Industrialisierung natürlich auch nicht vor dem ländlichen Raum Halt. Die Siedlungen wachsen, da die Wohnungsknappheit und Mietpreissteigerungen in den Großstädten viele Menschen auf das Land drängen. Dies wiederum stärkt die Profitabilität für den Wohnungsbau, was Neuzonierungen für Siedlungs- und Verkehrsfläche nach sich zieht. Mittelfristig wird dieser Trend vermutlich noch anhalten, da die Bevölkerungsdichte des Untersuchungsgebietes mit ca. 70 EW/km2 noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von ca. 225 EW/km2 liegt und damit einen der niedrigsten Werte Deutschlands aufweist (Quelle: https://www.deutschlandinzahlen.de/?358). Moorflächen sind zwar inzwischen streng geschützt – es sind hauptsächlich Acker- und Grünland, welche heute transformiert und versiegelt werden; eine großflächige Renaturierung der ursprünglichen Moorlandschaft ist jedoch aufgrund der inzwischen fehlenden Torfmasse und verschiedener (legaler und berechtigter) Interessen der Landwirtschaft und anderen Akteuren in Planung und Bau als unrealistisch einzustufen. Positiv hervorzuheben ist die hohe Stabilität des Waldflächenanteils. Im Vergleich mit anderen Regionen Europas ist dies absolut keine Selbstverständlichkeit. Auch wenn in dieser Landschaftsanalyse keine Unterscheidung zwischen urtypischem artenreichen Laubmischwald mit Unterholz und artenarmen Koniferen-Forstplantagen gemacht wird, ist zumindest der Schutz vor Kahlschlag bereits als partieller Erfolg anzusehen. Das Auftreten der Forstwege im Zeitschnitt von 1888 legt jedoch nahe, dass die Umwandlung von Urwald zu intensiv genutztem Forst bereits während dieser Zeit in vollem Gange war. |